Das Komponieren von klanglichen Mensch-Computer Agent Networks

Artemi-Maria Gioti, Komposition

Betreuer*innen und Berater*innen

Marko Ciciliani und Gerhard Eckel (Kunstuniversität Graz), Agostino Di Scipio (Conservatorio de l'Aquila), Simon Emmerson (De Montfort University Leicester).

Abstract

Der Diskurs über Interaktion in elektronischer Live-Musik ist oftmals unpräzise und ungenau. Interaktion – die oftmals mit Reaktion verwechselt wird – meint vor allem Gegenseitigkeit. Es kann nur Interaktion stattfinden, wenn alle interagierenden Teile innerhalb eines Systems fähig sind, aufeinander und auf ihre Umwelt zu reagieren. Bei Mensch-Computer-Musiksystemen bedeutet das, dass nicht nur der/die KünstlerIn, sondern auch der Computer fähig sein muss, zu “handeln”. Diese utopische Vision von akustischer Mensch-Computer-Gegenseitigkeit ist der zentrale Fokus des Projekts. Anders als die meiste Forschung auf dem interdisziplinären Feld von Musik und künstlicher Intelligenz untersucht dieses Projekt nicht die Stimulation von musikalischer Kreativität oder die Entwicklung von virtuellen Aufführungssystemen. Vielmehr versucht es intelligente agentenbasierte Systeme in Kompositionen zu integrieren, die sowohl menschliche als auch maschinelle Elemente beinhalten. Durch das Entwerfen eines intelligenten agentenbasierten Systems und das Festlegen der Regeln für die Interaktion zwischen dem/der MusikerIn und dem Computer definiert die Komponistin ein Netzwerk von klanglichen Wechselbeziehungen und nicht den Klang selbst. In diesem Kontext entwickelt sich Komposition von dem Komponieren von Klängen zu dem Komponieren von klanglichen Interaktionen weiter, wobei das musikalische Werk zu einem offenen Prozess transformiert wird, der einer Mensch-Computer-Synergie (dem Zusammenwirken von Mensch und Computer) in Echtzeit ausgesetzt ist.

Vita

Artemi-Maria Gioti (geboren 1990) ist eine Komponistin und Wissenschaftlerin, die über die disziplinären Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaften und Technologie hinaus arbeitet. Ihre Interessen beinhalten unter anderem die Interaktion zwischen Mensch und Computer, Computerintelligenz, Sonifikation und die Entwicklung von mechanisch kontrollierten und sensorverstärkten Instrumenten. Sie hat Komposition an der Universität von Mazedonien (Griechenland) und Elektroakustische Komposition bei K. Essl an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studiert. Außerdem hat sie einen Masterabschluss in Komposition – Computermusik am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) der Kunstuniversität Graz erworben (Lehrer: G. Eckel). Als Komponistin und Forscherin hat sie an internationalen Festivals und Konferenzen teilgenommen, u.a.: IMC 2016 (HKU Utrecht, Niederlande), SMC 2016 (HfMT Hamburg, Deutschland), INTER/actions 2016 (Bangor Univesität, Vereinigtes Königreich), Electroacoustic Winds 2015 (Universität Aveiro, Portugal), ICAD 2015 (IEM Graz, Österreich), Next generation 6.0 Festival (ZKM Karlsruhe, Deutschland), 6th International Symposium on Music/Sonic Art (Musikhochschule Karlsruhe, Deutschland), 3rd International Forum for Young Composers (Lissabon, Portugal).

Link zu Artemi Giotis persönlicher Website
Photocredits: Lucija Novak